Märkischer Strauß auf Wanderschaft

Am vergangenen Donnerstag zog es mich zur Landesgrenze bei Wittstock/Dosse, um ein ganz besonderes Motiv vor die Linse zu bekommen. Im wilden Schneetreiben startete ich in mehrere Kleiderschichten eingepackt um kurz nach sieben Uhr in Berlin. Rund zwei Stunden später befand ich mich am Rande eines großen Rapsfeldes, auf dem mein Wunschmotiv schon auf mich zu warten schien. Es handelte sich um eine der seltenen deutschen Großtrappen, die bereits seit ein paar Wochen dort Rast machte. Der Beringung nach handelt es sich um einen jungen Hahn, der am 16. Juni 2011 in der Aufzuchtstation der Buckower Vogelschutzwarte schlüpfte und am 24. August im Havelland ausgewildert wurde.

Einst in vielen Gebieten Ostdeutschlands beheimatet, sind die heutigen Bestände der Großtrappe auf drei kleine Populationen mit insgesamt nur 100-120 Exemplaren zusammengeschrumpft. Das Überleben der Art in Brandenburg und Sachsen-Anhalt ist nur durch intensive Schutzmaßnahmen gewährleistet. Eine Annäherung an die dortigen Balzarenen in Fotodistanz ist kaum möglich und wäre für einen gewissenhaften Naturfotografen moralisch kaum zu vertreten. Umso mehr freue ich mich, dass ich nun im Winter außerhalb der Brutgebietes eine so intensive Begegnung mit dieser beeindruckenden Art erleben durfte. Während meines vierstündigen Aufenthaltes entstanden rund 900 Bilder, von denen es hier eine kleine Auswahl gibt:

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